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AEGHE Newsletter 2024/1

für Ärzte - Therapeuten - Fachleute

Termine | Tagungsbeiträge | Fastenstudien

  • Termine 2024
  • Ergebnisse der ao. Mitgliederversammlung in Stuttgart
  • Tagungsbericht: Die 57. Fortbildungstagung in Stuttgart
  • Probandinnen gesucht: Fastenstudie am Brustkrebszentrum Uni Würzburg
  • Stellenanzeige für Ärzte: Malteser Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau

Termine 2024

29. Juni 2024

58. ÄGHE-Fortbildungstagung in München


Gastgeber Chefarzt Robert Schmidt
Seybothstraße 65, 81545 München

Telefon 089/62505-0
info@kfn-muc.de
krankenhaus-naturheilweisen.de

Das Krankenhaus für Naturheilweisen in München, kurz KfN, ist eine der führenden komplementärmedizinischen Kliniken Deutschlands. Sie integrieren seit mehr als 100 Jahren anerkannte Verfahren aus der Komplementärmedizin, wie Naturheilkunde und die klassische Homöopathie, in wissenschaftlich fundierte schulmedizinische Behandlungskonzepte.

Das Tagungsprogramm wird demnächst bekannt gegeben auf aeghe.de sowie per E-Mail.

30. Oktober – 03. November 2024

57. Medizinische Woche in Baden-Baden

AEGHE Vorträge zu Ernährungs- und Fastenthemen, Fastentherapie in der Praxis.
medwoche.de

23. November 2024

59. ÄGHE Fortbildungstagung

Der Tagungsort wird demnächst bekannt gegeben auf aeghe.de

06. - 10. März 2024

146. ZAEN-Kongress in Freundenstadt

kongress.zaen.org

18. - 22. September 2024

147. ZAEN-Kongress in Freundenstadt

kongress.zaen.org

03. - 10. Dezember 2024

Weiterbildung Naturheilverfahren - Kurs II mit Selbsterfahrung Heilfasten nach Buchinger in Überlingen

Veranstaltungsort: Kurpark-Klinik Überlingen am Bodensee
Leitung: Dr. med. Christian Kuhn, Dr. med. Gunther Hölz
Veranstalter: ZAEN e.V.
zaen.org/weiterbildung-zusatzbezeichnung/fastentherapie

Ergebnisse der ao. Mitgliederversammlung

Liebe Vereinsmitglieder,
wir möchten hiermit über die Ergebnisse unserer jüngsten Mitgliederversammlung im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart am 18. November 2023 informieren.
Fünfzehn stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend, um die angekündigten Tagesordnungspunkte zu diskutieren und darüber abzustimmen.

TOP 1: Zukünftige Mitgliedsbeiträge
Es wurde über eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge diskutiert. Die Erhöhung des Beitrags von 65,- Euro auf 90,- Euro wurde einstimmig von allen anwesenden Mitgliedern beschlossen:
- Zustimmung: 15
- Enthaltungen: 0
- Gegenstimmen: 0

TOP 2: Anpassung der Vereinssatzung
Des Weiteren wurde eine moderate Überarbeitung der Vereinssatzung vorgeschlagen und darüber abgestimmt. Auch hier gab es eine einstimmige Zustimmung aller anwesenden Mitglieder:
- Zustimmung: 15
- Enthaltungen: 0
- Gegenstimmen: 0

Die Einladung zur Mitgliederversammlung erfolgte per Briefpost am 12. Oktober 2023. In diesem Schreiben wurde die Notwendigkeit für eine Anpassung der Satzung sowie der Mitgliedsbeiträge erläutert.

Die neue Satzung ist online verfügbar: aerztegesellschaft-heilfasten.de/mitgliedschaft/satzung-der-aeghe

Wir bedanken uns herzlich für die aktive Teilnahme und Unterstützung bei diesen wichtigen Entscheidungen für unseren Verein.

Herzlichst, der Vorstand

Tagungsbericht

Bericht von der 57. Fortbildungstagung der ÄGHE in Stuttgart

Die Tagung fand am 18. November 2023 im Robert-Bosch-Krankenhaus statt. Frau Dr. med. Marcela Winkler, die ärztliche Leitung der Abteilung für Naturheilkunde und integrative Medizin, führte als Gastgeberin durch die gelungene Veranstaltung.
Die Tagung zählte rund 55 Teilnehmer. Die Eröffnung erfolgte durch Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich, der 2. Vorsitzenden der ÄGHE, und Dr. med. Marcela Winkler im schönen Hörsaal des Krankenhauses. Es erfüllt uns mit Freude, dass wichtige Veranstaltungen wie diese in diesen Räumlichkeiten stattfinden können.

Die Veranstaltung endete mit einem geselligen Abend im Ristorante Il Nuovo Positano, wo die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich in informeller Atmosphäre auszutauschen und zu vernetzen.

Die nächste Fortbildungstagung der ÄGHE findet erneut in München am 29. Juni 2024 statt.

Unser herzlicher Dank geht an Dr. med. Winkler und das gesamte Team für ihre Gastfreundschaft und die informative Veranstaltung.
Foto: Dr. Matejka, Dr. Winkler
Foto: Dr. Rainer Matejka, Dr. Marcela Winkler

Geschichte und Therapiekonzept der Abteilung Naturheilkunde und Integrative Medizin

Dr.med. Marcela Winkler, Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin, stellte die Entwicklung des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) sowie der Abteilung vor.

Dabei wurden Meilensteine wie die Gründung des Zentrums für Tumorerkrankungen und des Bosch Health Campus sowie die jüngste Einrichtung des Robert Bosch Zentrums für Naturheilkunde und Integrative Medizin (RBIM) 2023 hervorgehoben.
Die Historie des RBK reicht zurück bis 1915 mit der Gründung der Stuttgarter Homöopathischen Krankenkasse durch Robert Bosch. Später, ab 1940, entstand das RBK in seiner heutigen Form. Der Fokus auf Naturheilkunde und Integrative Medizin begann 2015 mit der Abteilungsgründung, die 2016 zum Zentrum für Tumorerkrankungen ausgebaut wurde.
Ein wichtiger Meilenstein war die Entstehung des Bosch Health Campus 2022, welcher Ambulanz, Station und Forschung beinhaltet. Höhepunkt war 2023 die Gründung des RBIM. Der Campus fungiert als klinische Einrichtung mit Forschungsschwerpunkt und zentralisiert alle Forschungsaktivitäten im RBIM.
Die Abteilung mit 18 Mitarbeitenden fokussiert sich auf Onkologie, Integrative Gastroenterologie, Kardiologie und Schmerztherapie. Die angewandten Methoden reichen von Pflege über Aromatherapie, Phytotherapie bis zu Yoga, MBSR und Ernährungsmedizin, inklusive Fasten.
Winkler betonte die Anwendung des "Essener Modells" mit Mind-Body-Medizin und evidenzbasierter Naturheilkunde im RBK. Sie erwähnte die explorative Studie FREE-AI zu Fasten und Schmerzlinderung sowie die S3-Leitlinie für integrierte Tumortherapie seit 2019.
Die Abteilung kooperiert im Kompetenznetzwerk Integrative Naturmedizin in Baden-Württemberg für die Kostenerstattung durch Krankenkassen. Die Referentin erwähnte auch Herausforderungen, eine vollwertige Ernährung in die Krankenhausküche zu integrieren. Die Finanzierung erfolgt durch eigene Mittel, Stiftungsunterstützung und Verträge für onkologische Patientenbetreuung.

Forschung und Fasten: Was sind methodische Herausforderungen und mögliche Herangehensweisen?

Die Forscherin Alina Moosburner aus Stuttgart vertrat Prof. Holger Cramer von der Universität Tübingen in einem Vortrag über die methodischen Herausforderungen in der Fastenforschung.

Sie behandelte die Interpretation von Studien sowie die Chancen für Fastenstudien, einen hohen wissenschaftlichen Evidenzgrad zu erreichen. Sie gab zudem einen Überblick über das gemeinsam gegründete Zentrum RBIM und dessen Forschungsschwerpunkte.
Ihr Vortrag fokussierte sich auf die Forschungsmethodik mit einem Schwerpunkt auf Intervallfasten. Dabei erläuterte sie methodische Herausforderungen wie das Design von randomisierten kontrollierten Studien, Follow-up-Verfahren und die Bedeutung externer und interner Validität. Sie betonte verschiedene Verzerrungen wie den Erwartungs-Bias und den Selektions-Bias sowie Confounder-Faktoren und moderierende Faktoren beim Fasten. Frau Moosburner hob die Relevanz der Ergebnisinterpretation hervor und die Prüfung der internen und externen Validität in Studien. Sie diskutierte außerdem die Chancen für Fastenstudien, einen hohen wissenschaftlichen Evidenzgrad zu erreichen und die Rolle der Validität.
Abschließend bezog sie sich auf die Tübinger Studie und die Relevanz von internen und externen Validitätskriterien in diesem Forschungskontext.

Über Achtsamkeit und Essverhalten: Studien, Erkenntnisse, Empfehlungen

Der Vortrag von Hans-Helmut Martin aus Gießen beschäftigte sich mit der Achtsamkeit beim Essverhalten und der Problematik stark verarbeiteter Nahrungsmittel, wie in Monteiro's 2019-Studie dargelegt.

Zu Beginn betonte Ernährungswissenschaftler Martin das langjährige Engagement des UGB und der Universität Gießen für die vegetarische Vollwert-Ernährung und die Parallelen zur Planetary Health Diet, die auf pflanzenbetonten und gering verarbeiteten Nahrungsmitteln basiert.
Ein zentraler Begriff war das "Fletchern", basierend auf Horace Fletcher's Ideen (1849-1919), der empfahl, Nahrung 40-50 Mal zu kauen und dabei das Besteck abzulegen. Herr Martin präsentierte Studien, die die Bedeutung des gründlichen Kauens für das Essverhalten beleuchten. Zum Beispiel senkte 40-maliges Kauen laut einer Studie von Li (2011) die Kalorienaufnahme um bis zu 12%. Andere Forschungen wie die von Sonoda (2018) zeigten, dass gründliches Kauen mit geringerem Körpergewicht und Bauchumfang einhergeht. Weitere Studien, wie die von Hamada (2021), fanden heraus, dass Kauen die nahrungsinduzierte Thermogenese steigert, insbesondere bei festen Nahrungsmitteln, und Flüssigkeiten zu einem stärkeren Sättigungsgefühl führen. Auch der parasympathische und verdauungsanregende Effekt des Kauens wurde betont. Forschungsergebnisse von Hidaka (2022, 2023) zeigten, dass intensives Kauen mit einem gesenkten BMI, HbA1c und HOMA-Index einhergeht. Schneppers Studie (2019) beleuchtete ein achtsamkeitsbasiertes Kautraining, das zu einer signifikanten Senkung des BMI und der Häufigkeit von Heißhungerattacken führte.
Martins Fazit hob die Vorteile langsamen Essens und gründlichen Kauens hervor, wie eine höhere Sättigung und geringere Nahrungsaufnahme. Sie fördern intuitives Essen basierend auf Hunger und Sättigung und reduzieren emotionsgesteuertes Essen. Die Praktiken sind leicht erlernbar und können bewusst in den Alltag integriert werden.

Die Praxis bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich, Ärztin für Allgemeinmedizin und Expertin für Ernährungsmedizin aus Rottweil, referierte über die Praxis bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Ihr Vortrag betonte die Vielschichtigkeit der Symptomatik und die Relevanz einer umfassenden Diagnostik und Therapie in diesem Bereich. Sie erläuterte ausführlich den Zusammenhang zwischen darmbezogenen Beschwerden und den verschiedenen Klassifizierungen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Dabei hob sie die unterschiedlichen Symptome hervor, die von leichtem Kribbeln im Mund bis zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks reichen können. Besonders interessant war ihre Unterscheidung zwischen Soforttypreaktionen und verzögerten Reaktionen, die sogar Tage nach dem Verzehr auftreten können.
Ritzmann-Widderich diskutierte Enzymmangelstörungen wie Laktoseintoleranz und die damit verbundenen Folgeprobleme wie bakterielle SIBO, Tryptophan- oder Folsäuremangel. Sie präsentierte verschiedene Diagnosemethoden, einschließlich des H2-Atemgastests, und empfahl eine erweiterte Messdauer von drei Stunden für genauere Ergebnisse.
Ihr Vortrag wurde durch persönliche Erfahrungen ergänzt, insbesondere im Bereich von Zöliakie/Glutenintoleranz, Histaminosen und enzymatischen Abbauvorgängen. Sie gab Einblicke in die CLE (Konfokale Laser-Endo-Mikroskopie), die von Professor Langhorst in Bamberg verwendet wird, und diskutierte die Bedeutung von MALT und GALT im Verdauungstrakt.
Die Referentin präsentierte ein umfassendes Therapiekonzept, das auf der Meidung von Allergenen, Enzym- und Mikronährstoffsubstitution, mikrobiologischen Therapien sowie Darmreinigungen und Ernährungsumstellungen basiert. Eindrucksvoll waren die Patientenberichte, die sie anhand von Stuhl- und Blutbefunden aus ihrer ambulanten Praxis veranschaulichte.

Welche Ernährungsmedizin bei Reizdarm?

In einer Diskussionsrunde wurde die Ernährungsmedizin bei Reizdarm von den Referenten Dr.med. Rainer Matejka, Dr.med. Martha Ritzmann-Widderich, Dipl. oec troph Hans-Helmut Martin und Dr.med. Marcela Winkler beleuchtet.

Die Diskussionsrunde bot einen Einblick in verschiedene Ansätze von Experten auf diesem Gebiet. Matejka eröffnete die Diskussion mit einem Zitat von Prof. Pirlet, das die Individualität der Patienten betonte. Winkler hob die Bedeutung von Aromatherapie, pflegerischen Maßnahmen und rhythmischer Arbeit hervor.
Hans-Helmut Martin betonte die Wichtigkeit einer gesunden, naturbelassenen Ernährungsweise und Achtsamkeit beim Essen. Ritzmann-Widderich legte den Fokus auf die Diagnostik vor der Therapie und betonte eine schrittweise Annäherung an eine Vollwerternährung.
Matejka erwähnte begleitende Oberbauchproblematiken wie Pankreas- und Gallensäureschwächen, die möglicherweise die Peristaltik beeinflussen könnten. Er diskutierte potenzielle therapeutische Ansätze wie Leberwickel oder eine phytotherapeutische Behandlung.
Martin brachte das Thema FODMAPs zur Sprache und betonte, dass längere Teigführung und längere Backzeiten bis zu 90% dieser Substanzen abbauen könnten. Die Diskussion intensivierte sich, als moderne Weizenzüchtungen und kurze Teigführungszeiten sowie die Definition des Begriffs "Reizdarm" debattiert wurden. Verschiedene Ernährungsansätze und ihre Auswirkungen wurden lebhaft diskutiert, wobei die Experten unterschiedliche Sichtweisen einbrachten.

Fallserie: Langzeitfasten bei Long Covid Patienten

Ein weiterer Vortrag widmete sich dem Langzeitfasten bei Long Covid-Patienten. Dr. oec.troph. Franziska Grundler von der Klinik Buchinger-Wilhelmi aus Überlingen präsentierte eine Fallserie und diskutierte die positiven Effekte des Fastens auf Symptomatik und Lebensqualität.

Sie unterschied zunächst zwischen dem Post-Covid-19-Syndrom und Long Covid, das durch langanhaltende Viruspersistenz zu multiplen Organkomplikationen führt. Die Symptome sind vielfältig, wobei Fatigue besonders häufig vorkommt, und über 300.000 Berufsunfähigkeitsanträge auf Long Covid zurückgeführt werden.
Die Fallserie umfasste 14 Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf. Die Behandlung erstreckte sich über 21 bis 96 Wochen mit 6 bis 16 Fastentagen, Kostaufbautagen sowie Begleittherapien z.B. mit Mikronährstoffinfusionen, Bewegungs- und Entspannungsangeboten. Die Untersuchung ergab, dass alle Patienten von der Fastentherapie profitierten. Die Therapie verbesserte Symptome wie Fatigue, Atemwegsprobleme, Muskelschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Geschmacks- und Geruchsstörungen deutlich. Mögliche Mechanismen für die positiven Effekte des Fastens wurden diskutiert, darunter der Metabolic Switch, mitochondriale Veränderungen und entzündungshemmende sowie antikoagulative Wirkungen.
Besonders interessant waren die Mechanismen zur Reduktion von Entzündungen und oxidativem Stress sowie zur Verbesserung der Thrombozytenfunktion und Mikrozirkulation durch bestimmte Stoffe.
Zusammenfassend zeigte die Fallserie eine deutliche Verbesserung zahlreicher Long Covid-Symptome. Das Langzeitfasten könnte durch Autophagie, Stressabwehr, antiinflammatorische Prozesse und Stoffwechselnormalisierung vielversprechend in der Long Covid-Behandlung sein.

Mind-Body-Medizin

Nach den Vorträgen fand eine Abteilungsführung mit Frau Dr. Winkler statt, gefolgt von einem Vortrag zur Mind-Body-Medizin, gehalten von Christel Idler vom Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart.

Christel Idler ist langjährige Mitarbeiterin der Abteilung und begleitet Gruppengrößen von ca. 8 bis 10 Teilnehmenden.
Ihr Vortrag umfasste die Grundlagen der Mind-Body-Medizin, welche die Interaktion zwischen Nervensystem, Psyche, Stimmung und Körper fördert. Sie erklärte, wie man auf vier Ebenen der Stressreaktion Einfluss nehmen kann: Körper, Gedanken, Gefühle/Stimmung und Verhalten. Beispiele für Maßnahmen sind Yoga zur Stressregulation, Phantasiereisen zur Gedankenkontrolle, das Wahrnehmen positiver Erlebnisse und die Gestaltung einer Tagesstruktur. Weiterhin beschrieb sie die verschiedenen Stufen der Verhaltensänderungen, von der Absichtsbildung bis zur Aufrechterhaltung. Ein Beispiel für die Absichtsbildung war die Skala von 0 bis 10, um die Wichtigkeit einer Verhaltensänderung zu bewerten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Zielarbeit mit den AROMA-Kriterien: Aktiv, Realistisch, Optimistisch, Messbar und Annehmbar.
Idler präsentierte verschiedene Angebote im Bereich der Mind-Body-Medizin, darunter Ernährung, Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit. Sie zeigte beeindruckende Folien, die belegten, dass vegetarische Ernährung und körperliche Bewegung die Lebenserwartung verlängern können. Ein besonders visuelles Beispiel war die kognitive Umstrukturierung anhand eines Bildes mit dem Schriftzug "FLY", um zu verdeutlichen, wie man Gedanken umstrukturieren kann, um positive Veränderungen zu erreichen.
Abschließend präsentierte sie einen Wochenplan eines naturheilkundlichen Kontaktprogramms, um den Teilnehmenden ein konkretes Beispiel für die Umsetzung der erlernten Techniken zu geben.

Unterstützende Pflegeanwendungen während der Fastenzeit

Eva Werner und Theresa Wagner aus dem RBK Stuttgart präsentierten unterstützende Pflegeanwendungen für die Fastenzeit, die verschiedene körperliche und psychische Methoden umfassten.

Körperliche Unterstützung betonte Anwendungen wie Arzneitees, Wassereinläufe und Auflagen. Besonders interessant war die Verwendung von Wasserirrigatoren mit Kamillentee oder Kochsalz angereichertem Einlaufwasser.
Im psychischen Bereich wurde die Wirksamkeit der Aromatherapie hervorgehoben, da sie das Riechzentrum und das limbische System stimuliert. Eine beruhigende Ölmischung aus Vanille, Tonka und Orange wurde präsentiert und das Publikum konnte ihre Wirkung selbst erleben.
Das NADA-Protokoll der National Acupuncture Detoxification Association wurde als interessanter Ansatz erwähnt, der Akupunkturnadeln oder aufgeklebte Dauerkügelchen für intensive bzw. langanhaltende Effekte nutzt. Fußbäder und andere Kneipp-Anwendungen wurden ebenfalls als hilfreiche Methoden während des Fastens genannt. Für Übelkeit wurden verschiedene Optionen vorgeschlagen, darunter Aromatherapie mit Zitronen- und Minzöl, das Auftragen von Ingweröl unter die Zunge und Akupressur auf den "Siebens Punkt". Phytotherapie wurde nicht in Betracht gezogen aufgrund möglicher Interaktionen mit Chemotherapie oder Studienkriterien.

Therapeutisches Fasten zur Reduktion der Symptomlast unter endokriner Therapie mit Aromataseinhibitoren – Vorstellung des FREE-AI Studienprotokolls

Dr. med. Claudia Löffler aus Würzburg präsentierte das Studienprotokoll der explorativen Studie.

Sie erörterte die Bedeutung von Aromatasehemmern bei Brustkrebs und diskutierte die Möglichkeit des Fastens als unterstützende Therapie für die Nebenwirkungen dieser Medikamente.
Die Prävalenz des Mammakarzinoms, das jede achte Frau betrifft (eine von 20 Fällen ist erblich bedingt), wurde betont. Frau Löffler erklärte verschiedene Subtypen des Mammakarzinoms, darunter das invasive duktile Karzinom (IDC) sowie die Subtypen Luminal A, B und Her2+ und hob besonders die gute Prognose des am häufigsten vorkommenden Luminal-A-Subtyps hervor, der hormonsensitiv ist.
Die Studie untersucht die Wirkung von Aromatasehemmern wie Tamoxifen, die die Lebenszeitprognose signifikant verbessern, aber oft aufgrund von Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Hitzewallungen und Thromboembolien abgebrochen werden.
Die Idee, ob Fasten und Ernährungstherapie die Östrogenproduktion senken könnten, wurde aufgrund der Erkenntnis, dass Östrogenproduktion in verschiedenen Geweben stattfindet, untersucht. Das Aromataseinhibitor-induzierte Muskuloskelettsymptom (AIMSS), das sich durch Gelenkschmerzen äußert, wurde diskutiert, und die Idee einer einwöchigen Fastenphase pro Jahr zur Verbesserung der Therapietreue vorgestellt. Die Studie wurde in Kooperation mit Berlin Prof. Michalsen und der Medizinischen Hochschule Brandenburg konzipiert und plant die Erfassung von 54 Patienten mit hormonrezeptorsensitivem Brustkrebs und mindestens drei Monaten iatrogenen Gelenkschmerzen. Die Intervention besteht aus einer siebentägigen, online begleiteten Fastenphase bei maximal 350 kcal/Tag. Die Studie legt zahlreiche primäre und sekundäre Endpunkte fest und umfasst ein Follow-up nach 12 Wochen.
Besonders interessant ist die Begleitung der Probanden durch eine Study-App und die Diskussion über die Möglichkeit des Intervallfastens. Löffler wies darauf hin, dass Probanden in Stuttgart und Tübingen für die Studie gesucht werden.
Abschließend wurde die Frage gestellt, ob Aromataseinhibitoren langfristig eingenommen werden können, was grundsätzlich begrüßenswert ist, aber die Knochengesundheit beeinträchtigen kann. Sport und Osteoporoseprophylaxe sind wichtige Maßnahmen dagegen.

Forschung: Probandinnen gesucht Stuttgart/Würzburg

Für Brustkrebspatientinnen: Fastenstudie am Comprehensive Cancer Center Mainfranken | Brustkrebszentrum Uni Würzburg


FREE-Al: Explorative Studie zum therapeutischen Fasten zur Reduktion von Einschränkungen des körperlichen Befindens und der Lebensqualität unter Endokriner Therapie mit Aromatase Inhibitoren

Lebensqualität und Gelenkschmerzen bei Brustkrebs
Patientinnen, welche nach einer Brustkrebserkrankung eine endokrine Behandlung mit Aromatasehemmern erhalten, berichten häufig über therapiebedingte Beschwerden, die die Lebensqualität einschränken. Neben Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen berichten viele Patientinnen über Gelenk- und Muskelschmerzen – ähnlich denen einer Fibromyalgie oder Rheumaerkrankung. Die Forschungsergebnisse einiger Studien zur Schmerzsymptomatik bei Patientinnen mit Rheuma- oder Fibromyalgie lassen vielversprechende Effekte zur Linderung von Gelenkproblemen durch therapeutisches Fasten erwarten.
Therapeutisches Fasten
Im Rahmen der Studie FREE-Al werden Patientinnen eingeladen, über sieben Tage an einer online-begleiteten Fastenintervention teilzunehmen. Sie erhalten vorab eine ausführliche Einweisung in das Fasten sowie eine Eingangsuntersuchung und haben ausreichend Zeit alle wichtigen Fragen zu stellen.
Anschließend erhalten alle Studienteilnehmerinnen eine individuelle Ernährungsberatung, womit die Effekte des vorangegangenen Fastens nachhaltig unterstützt werden sollen.
Dies soll vor allem durch eine angepasste Lebensmittelauswahl sowie eine Anpassung der Essgewohnheiten erreicht werden.

Ziel der Studie ist die Untersuchung einer potenziellen Wirkung des verlängerten Fastens auf therapiebedingte Gelenkschmerzen.
Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, ist es wichtig viele Patientinnen in die Studie einzuschließen. Aus diesem Grund führt die Uni Würzburg die Studie gemeinsam mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart sowie mit Fastenforschern der Charité Berlin durch.

Voraussetzung:
Sie können voraussichtlich teilnehmen, wenn Sie - an einem hormonrezeptorpositiven Mammakarzinom erkrankt sind. - Seit mindestens drei Monaten eine adjuvante Therapie mit Aromatasehemmern erhalten.
- seit der Behandlung an Gelenkbeschwerden leiden. - über 18 Jahre alt sind.

Kontakt und Anmeldung:
Würzburg Tel. 0931-201-3535-0 | E-Mail: KOI-studien_CCC@ukw.de
Stuttgart Tel. 0711-8101-7861 | E-Mail: free-ai@rbk.de
Betreff bei Anmeldung: „FREE-AI-Studie“
Web: med.uni-wuerzburg.de/ccc/krebsbehandlung/therapiebegleitende-angebote/supportiv-studien
pdf-Flyer: med.uni-wuerzburg.de/fileadmin/0300-ccc/user_upload/x_DOWNLOADS/Supportive_Angebote/Fasten_CCC_web.pdf

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