Newsletter 2013

9. Ausgabe: Erschienen 3.2013

VORSTAND & MITGLIEDER
Begrüßung neuer Mitglieder
Rainer Stange ZAEN-Präsident
Andreas Michalsen Carstens-Stiftung
Abschiedsworte für Dr. Myriam Lejeune
Große Fastenzeit: ÄGHE-Vorsitzende in der Presse

TERMIN & NOTIZ
Internationaler Kongreß „Essen, fasten, länger leben! Eat, fast and live longer!“ am 29.-30.06.2013 in Überlingen
43. Fortbildungstagung der ÄGHE in Berlin-Wannsee am 23.11.2013
Die 47. Medizinische Woche in Baden Baden vom 30.10.–3.11.2013
ZAEN Fortbildung mit Fastenselbsterfahrung in Überlingen
ZAEN-Kongresse 2013 und 2014 in Freudenstadt
100 Jahre Dr. Otto Buchinger II

BERICHTE & BEITRÄGE
45. Medizinische Woche – Tagung in Baden-Baden am 29.10.2011
46. Medizinische Woche – Tagung in Baden-Baden am 03.11.2012
41. ÄGHE Fortbildungstagung am 30.06.2012 in München
42. ÄGHE Fortbildungstagung am 24.11.2012 in Freiburg

WISSEN & WERT
Besucherzahlen: Web-Rekord!
Fachbibliothek für Komplementärmedizin bietet Recherche-Service
Neues Apothekennetz „Natur und Medizin vor Ort“
Neu auf aeghe.de: Ernährungstherapie und therapeutisches Fasten in der Naturheilkunde von A. Michalsen

BUCH & TIPP
„Ernährung und Fasten als Therapie“ von Rainer Stange und Claus Leitzmann

Vollständiger Newsletter als pdf: aerztegesellschaftheilfasten-newsletter-I-2013


Liebes Mitglied der ÄGHE,

Die Ausstrahlung des ARTE-Dokumentarfilmes: „Fasten und Heilen -altes Wissen und neueste Forschung“ in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, den Beneluxländern und auch in Norwegen hat dem Fasten unerwartet hohe Aufmerksamkeit verschafft und zu sehr vielen Anfragen in den Fastenklinken geführt. Im Newsletter erfahren Sie die Bezugsquelle für diesen sehr anschaulichen Film. 2011 hatten wir versuchsweise die 2. jährliche Fortbildungstagung mit der wissenschaftlichen Tagung im Rahmen der Medizinischen Woche in Baden Baden zusammengelegt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, aber nicht von unseren Mitgliedern, sodass wir 2013 wieder wie gehabt zwei Tagungstermine – letztes Juni – und letztes Novemberwochenende haben werden:

o 29./30. Juni die 15. Fastenärztetagung in Überlingen in Kombination mit der Feier 60 Jahre Buchinger in Überlingen und 40 Jahre Buchinger in Marbella, Preisverleihung der Maria Buchinger Stiftung an Prof. Valter Longo, dessen Studienergebnisse im ARTE-Film gezeigt wurden.

o 23. November die 43. Fortbildungstagung in Berlin-Wannsee.

o Die wissenschaftliche Tagung im Rahmen der Medizinischen Woche in Baden-Baden wird wahrscheinlich wieder am Samstag, den 2. November stattfinden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei unseren Tagungen und wünschen viel Freude beim Lesen des Newsletters!

Dr. med. Eva Lischka mit dem Redaktionsteam Dr. med. Rainer Matejka und Andrea Chiappa

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VORSTAND & MITGLIEDER

Begrüßung neuer Mitglieder

Im Namen aller Mitglieder heißt der Vorstand der ÄGHE folgende 9 Mitglieder herzlich willkommen in unserer Gesellschaft!

Frau Karin Dickmann aus München, Frau Gaby Lamade aus Müllheim, Frau Manuela Lenz aus Neuruppin, Frau Elke und Herr Dr. med. Jörg Müller aus Lörrach, Frau Dr. med. Ulrike Schwaab aus Timmendorfer Strand, Frau Dr. med. Andrea Siegler aus Überlingen, Frau Gabriela Maria Stangenberg aus Bad Kissingen, Herr Dr. med. Elmar Battenberg aus Warnstorf

VORSTAND & MITGLIEDER

Der Vorstand gratuliert dem 2. Vorsitzenden Rainer Stange zur Wiederwahl zum Präsidenten des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V. ZAEN
Der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren e.V. wurde 1951 gegründet und 2001 in Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V. umbenannt. Er vertritt über die klassischen Naturheilverfahren weit hinausgehend ein breites Spektrum an ärztlichen Methoden. Sein Ziel ist der Erhalt, die Erforschung, die Weiterentwicklung und die Verbreitung der Naturheilverfahren und Komplementärmedizin.
Mit rund 4.500 Ärzten als Einzelmitglieder ist der ZAEN der größte und älteste ärztliche Fachverband für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin europaweit.   www.zaen.org

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VORSTAND & MITGLIEDER

Der Vorstand gratuliert Vorstandsvorsitzenden der Karl und Veronica Carstens-Stiftung Andreas Michalsen
Prof. Dr. Michalsen ist seit 2009 Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomieder Charité-Universitätsmedizin Berlin. www.naturheilkunde.immanuel.de

Seit Februar 2012 ist er Vorsitzender des Vorstandes der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.
Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung wurde 1982 vom früheren Bundespräsidenten Prof. Dr. jur. Karl Carstens und seiner Ehefrau Dr. med. Veronica Carstens gegründet. Sie fördert die Forschung in Naturheilkunde und Homöopathie. Aus den Beiträgen und Spenden der rund 32.000 Mitglieder und Unterstützer von „Natur und Medizin e.V.“, der Fördergemeinschaft der Stiftung, konnten bis heute etwa 30 Millionen Euro für Forschungszwecke bereitgestellt werden.   www.carstens-stiftung.de/stiftung/vorstand

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VORSTAND & MITGLIEDER

Abschiedsworte für Dr. Myriam Lejeune aus Lyon, von Françoise Wilhelmi de Toledo

Liebe ÄGHE Mitglieder, unser Mitglied Dr. Myriam Lejeune, die unsere Vertreterin in Frankreich war, ist nach einer schweren und schmerzhaften Krankheit, die sie mit Würde und Mut ertragen hat, von uns gegangen. Nicht zuletzt hat sie die spirituelle Dimension des Fastens besonders in der katholischen Kirche immer mit ihrem medizinischen Wissen unterstützt. Wir vermissen sie sehr.      Dr.Françoise Wilhelmi de Toledo

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VORSTAND & MITGLIEDER

Die Große Fastenzeit: ÄGHE-Vorsitzende in der Presse!
Wir freuen uns an dieser Stelle auf einige Medienauftritte von Mitgliedern der Gesellschaft hinweisen zu können.

♦ Unsere Vorsitzende Dr. Eva Lischka war im ARD-Morgenmagazin zu sehen: http://mediathek.daserste.de

♦ Das Vorstandsmitglied Prof. Dr. Andreas Michalsen wurde im SWR1-Studio Leute night über „Sinn und Unsinn des Fastens“ interviewt:http://swrmediathek.de/

♦ Mitglied und ehemaliger ÄGHE-Vorstand Dr. Christian Kuhn kann im swr2.pngRadiointerview SWR2 Forum „Die Lust auf Leere – Fasten als Gesundheitstrip und Selbsterfahrung?“ gehört werden: www.swr.de/swr2/
Es diskutierten: Ulrike Draesner, Schriftstellerin, Berlin, Dr. med. Christian H. Kuhn, Ernährungsmediziner und Psychotherapeut, Überlingen, Prof. Dr. Axel Michaels, Religionswissenschaftler, Universität Heidelberg, Gesprächsleitung: Burkhard Müller-Ullrich

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TERMIN & NOTIZ

Samstag/Sonntag 29. und 30. Juni 2013
Internationaler Kongress der Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung e. V. in Überlingen

„Essen, fasten, länger leben! Eat, fast and live longer!“
Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. veranstaltet in Kooperation mit der Klinik Buchinger Wilhelmi in ihrem 60. Jubiläumsjahr und der Maria Buchinger Foundation den Kongress „Essen, fasten, länger leben! Eat, fast and live longer!“ im Kursaal in Überlingen am Bodensee
Namhafte internationale Gäste werden referieren und Professor Valter Longo aus Los Angeles wird den Maria Buchinger Foundation-Preis für seine Arbeit über „Fasten, Longevity und Krebs“ erhalten.
Der Preis der Maria Buchinger Foundation wird zweijährlich an Forscherinnen und Forscher verliehen, die das Thema Fasten wissenschaftlich dokumentieren.

Die Referenten
Dr. med. Markus Bock (Berlin) www.charite-buch.de
PD Dr. med. Michael Boschmann (Berlin) www.charite-buch.de/crc
Pater Niklaus Brantschen SJ (Schweiz) www.lassalle-institut.de
Prof. Dr. med. Gustav Dobos (Essen) www.kliniken-essen-mitte.de
Prof. Dr. rer. nat. Michaela Döll www.fitness-gesundheit-antiaging.de
Dr. med. José Manuel García Verdugo (Marbella) www.buchinger.es
Dr. med. Alan Goldhamer (USA) www.healthpromoting.com
PD Dr. med. Roman Huber (Freiburg) www.uniklinik-freiburg.de
Prof. Dr. rer. mat. Claus Leitzmann (Giessen) www.uni-giessen.de/fbr09/nutr-ecol/arbei_leitzmann.php
Yvon Le Maho (Straßburg) www.cnrs.fr
Prof. Dr. med. Valter Longo (USA) www.usc.edu
Prof. Dr. med. Dieter Melchart (München) www.professoren.tum.de/melchart-dieter
Prof. Dr. med. Andreas Michalsen (Berlin) www.naturheilkunde.immanuel.de
Stanislav Muraviev (Russland) www.okbvl.ru
Gudrun Mussehl (Bodensee)
Dr. med. Françoise Wilhelmi de Toledo (Überlingen) www.buchinger.com
Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie online auf www.aeghe.de
Für weitere Fragen rund um die Organisation und das Programm ist Melanie Gekeler unter der E-Mail melanie.gekeler@buchinger.com  für Sie erreichbar.

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TERMIN & NOTIZ

Samstag, 23. November 2013
Die 43. Fortbildungstagung der ÄGHE im Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee

In Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Michalsen, Professur für Naturheilkunde, Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, http://naturheilkunde.immanuel.de
Immanuel-Krankenhaus Berlin-Wannsee, Königstrasse 63; 14109 Berlin
Das Programm wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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TERMIN & NOTIZ

Samstag, den 2. November 2013 (vorraussichtlich)
Wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft im Rahmen der 47. Medizinischen Woche in Baden-Baden

Rund 4.000 Ärzte aller Fachrichtungen, Zahnärzte, Medizinstudenten, Apotheker und 225 Aussteller kamen im Jahr 2012 nach Baden-Baden zur bedeutendsten Veranstaltung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin.
Das Motto des diesjährigen Kongresses lautet: Gesund bis ins Alter.
Selbstverständlich darf bei so einem Schwerpunktthema unsere Themen zur Ernährungs- und Fastentherapie nicht fehlen!  Das genaue Programm wird noch bekannt gegeben.

Veranstaltungsort: Die Vorträge finden im Saal 2 des Kongresshauses (Augustaplatz 10, 76530 Baden-Baden) statt. www.medwoche.de

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TERMIN & NOTIZ

10. – 17. September 2013 Weiterbildungswoche Kurs IV
Schwerpunkt Balneo- und Massagetherapie mit Selbsterfahrung in Heilfasten nach Buchinger in Überlingen am Bodensee.
Eine ZÄN-Weiterbildungswoche zum Erwerb der Zusatzbezeichnung ‚Naturheilverfahren‘. In Kooperation mit der ÄGHE.
Wiss. verantw.: Dr.med. Christian Kuhn, Überlingen – Dr.med. Gunther Hölz, Überlingen
Infos und Anmeldung: ZAEN – Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V., Am Promenadenplatz 1 – 72250 Freudenstadt, tel: + 49 (0) 74 41 – 91 85 8 – 0   web: www.zaen.de

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TERMIN & NOTIZ

ZAEN-Kongresse 2013/2014 in Freudenstadt
Mit zahlreichen Beiträgen und Fachfortbildungen zu Themen der Naturheilverfahren und Regulationsmedizin.

125. ZAEN-Kongress: 18.09.-22.09.2013

126. ZAEN-Kongress: 26.03.-30.03.2014

Weitere Infos über die Geschäftsstelle Freudenstadt – Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren – Am Promenadenplatz 1, 72250 Freudenstadt – www.zaen.de

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TERMIN & NOTIZ

Dr. Otto Buchinger II – zum 19. März 2013

Text von Dr. Andreas Buchinger
Am 19.März 2013 wäre mein Vater Dr. Otto Buchinger II 100 Jahre alt geworden. Entgegen seiner Überzeugung, dass der Mensch bei gesunder Lebensführung leicht 120 Jahre alt werden könnte, starb er mit „nur“ 90 Jahren. Ihm verdankt das „Buchinger-Heilfasten“ die heute bekannte Methodik. War sein Vater der Pionier, der das Fasten als heilende Therapie in die Medizin einführte, so war es der Sohn, der der Methode den Feinschliff gab. Seit 1946 leitete der Arzt Dr. Otto H.F. Buchinger II (bis 1953 zusammen mit seinem Vater) die bekannteste und älteste deutsche Klinik für Naturheilverfahren und Ganzheitsmedizin, das Stammhaus „Klinik Dr. Otto Buchinger“ in Bad Pyrmont.

Noch heute praktiziert man im Heilfasten das Fastenbrechen und den darauf folgenden, abgestuften-lakto-ovo-vegetarischen Diät-Aufbau, diese beiden wichtigen Bestandteile der Buchinger- Methode, so wie sie von meinem Vater entwickelt wurden. Ihm ist es auch zu verdanken, daß außer diversen Therapie-Methoden aus dem Bereich der Naturheilverfahren auch die Bewegungstherapie und der Sport, die physikalische Therapie und die Balneotherapie ein maßgeblicher Bestandteil des Heilfastens wurden. Er legte zudem enormen Wert auf eine dem eigentlichen Heilfasten vorausgehende Anamnese und eine gründliche klinische Untersuchung, ausführliche Blutuntersuchungen, sowie das EKG und eine präzise medizinische Dokumentation. Zahlreiche Publikationen und Vorträge in ganz Deutschland wie auch im Ausland (z. B. Iran, Irak, Ägypten, Kanada, Griechenland, Italien) in den vergangenen über 60 Jahren dokumentieren sein unermüdliches Engagement für das Heilfasten und für die Gesundheitserziehung der Menschen im weitesten Sinne. Für seine Verdienste wurde Otto Buchinger mit dem goldenen Bundesverdienstkreuz, der Ehrenplakette der Niedersächsischen Ärztekammer und dem Niedersächsischen Verdienstkreuz gewürdigt.

Der Arzt Otto Buchinger II, geboren am 13. März 1913 in Flensburg, überzeugter Quäker-Christ wie seine Eltern Otto Buchinger I und dessen Frau Elisabeth, widmete der Gesundheit jedes einzelnen ihm anvertrauten Menschen, aber auch der Weiterentwicklung der Heilfastenmethode, sowie der klassischen Homöopathie und der Ganzheitsmedizin umfassendes Engagement. Nach seinem Medizinstudium und der Ausbildung an der Universitätsklinik Göttingen und am Krankenhaus Eschwege wurde er wie viele seiner Kommilitonen eingezogen. Die Kriegsjahre verbrachte er bis 1943 in Afrika als Arzt unter Rommel, kam 1943 in Afrika erst in US-, danach in britische Gefangenschaft, aus der er 1946 direkt nach Bad Pyrmont ging (durch Flucht aus dem brit. Kriegsgefangenen-Munsterlager).

Lange Jahre war Otto Buchinger im Vorstand des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, sowie auch der Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (dem internationalen Zweig der DZVhÄ), dem Hartmannbund, dem Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V., in allen über viele Jahrzehnte in wesentlicher Funktion!), aber auch in der Kommunal- und Lokalpolitik. Der Pyrmonter Golfclub verdankte Otto Buchinger Anfang der 60er seine Gründung ebenso wie der ortsansässige Lions-Club. Er war Buchautor/Schriftsteller, Philosoph, Kommunalpolitiker und sogar Langstreckenläufer. Er veröffentlichte viele Bücher zu den Themen Heilfasten, Lebensdiätetik, sowie die ihm sehr wichtige Meditation über „Die Würde des Menschen“.  Als überzeugter Nichtraucher und Guttempler war ihm die Aufklärung über die Gefahren des Rauchens und des Alkoholmissbrauches wie auch das Thema Fasten uns gesundheitserhaltende ganzheitliche Lebensweise in Vorträgen im In- und Ausland ein großes Anliegen, und das zu einer Zeit Anfang der 50er, in der es noch nicht die jetzt existenten Beweise für die gesundheitsschädliche Auswirkungen des Rauchens gab. Gesunde Lebensführung, Ernährung und Bewegung waren nicht nur in seinen Vortragen und Veröffentlichungen von Bedeutung, er lebte sie als Vorbild konsequent selbst und ernährte sich ausschließlich lakto-ovo-vegetarisch. Dr. Otto Buchinger II war von 1946 an der für die Darstellung der Buchinger-Methode in der Öffentlichkeit verantwortliche Buchinger-Arzt. Bis in die 80er Jahre hinein trat er öffentlich auf, zog sich dann im Laufe der 90er Jahre Pyrmonter Quäker-Friedhoflangsam zurück, um seinem Sohn Dr. Andreas Buchinger ab 1996 vollständig „das Feld“ bzw. die Buchinger-Tradition in dritter ärztlicher Generation zu übergeben. Seine Vorträge, seine Zugewandtheit und sein feiner Humor werden mir und seinen Patienten stets unvergessen bleiben.  Am 22. Mai 2003 verstarb mein Vater- Otto Buchinger II in seinem Haus in Bad Pyrmont im 90. Lebensjahr.

Veröffentlichungen:
Buchinger, O. (II.) 1949: Die Heilfastenkur, ihre Geschichte, Bedeutung & Praxis. Hippokrates 17.
Buchinger, O. (II.), 1952: Gesundwerden, Gesundbleiben durch die Heilfastenkur, 1. Aufl., Hannover: Bruno Wilkens. 11. Aufl. 1992.
Buchinger, O. (II.), 1952: Vegetarische Kost als Heil- & Dauernahrung, 45.-50. Aufl. Hannover: Bruno Wilkens-Verlag.
Buchinger, O. (II.), 1957: About Fasting. London: Thorsons Publish. Co.
Buchinger, O. (II.), 1953: Zur Technik der Heilfastenkur. In: Naturheilverfahren, Einführung & Fortbildung. Stuttgart: Hippokrates-Verlag.
Buchinger, O. (II.), 1963: Die Roeder-Methode. Physik.-Diätet. Therap. 4.
Buchinger, O. (II.), 1966: Geistige Vertiefung & relig. Verwirklichung durch Fasten & meditative Abgeschiedenheit. Bietigheim: Turm-Verlag. 2. Aufl. Bad Pyrmont.
Buchinger, O. (II.), 1972: Heilfasten zur Steigerung der Abwehrkräfte. In: Physik. Medizin & Rehabilitation, 9.
Buchinger; O. (II.), 1976: Von Kongress zu Kongress (Betrachtungen über die Naturheilweisen). Festvortrag 13.03.1976, Freudenstadt, In: Naturheilverfahren heute. Uelzen: Medizin.-Literar. Verlag.
Buchinger, O. (II.), 1977: Die traditionelle Heilfastenkur, ein Säfte-Tee- & Mineralwasserfasten. In: Erfahrungsheilk. 6.
Buchinger, O. (II.), 1979: Gewissheit der Gottesnähe. In: Beer, U./Katzmann V. (Red.): Jesus, für heute geboren. Tübingen: Katzmann-Verlag.
Buchinger, O. (II.), 1987: Nicht vom Menschen selbst. In: John, Otto W., (I Ig.): Menschenwürde, das uneingelöste Versprechen. Tübingen: Katzmann-Verlag.
Buchinger, O. (II.)/Baden, H. J., 1974: Älter werden ohne zu altern. Hannover: Bruno Wilkens Verlag.
Buchinger, O. (II.)/ Buchinger, A., 1988: Das heilende Fasten. Wiesbaden: Dr. Werner Jopp-Verlag.
Buchinger, O. (II.)/ Schlorhaufer, C., 1980: Einfach weniger. Für die Fernseh-Fastenwoche 1980 des Bayer. Rundfunks. Selbst-Verlag.
Buchinger, O. (II.), 1975: Über die Würde des Menschen. Selbstverlag
Buchinger, Otto (I.)/Buchinger, Otto (II.) 1960: Die Heilung der Mandelentzündung durch die Roeder-Methode. Letzte Aufl. Hannover: Wilkens-Verlag.
Buchinger, Otto (II) 1993: Die Röder-Methode, Haug Verlag.

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung im Rahmen der 45. Medizinischen Woche am 29. Oktober 2011

Fasten bei Patienten mit Leaky gut: Was ist zu beachten?
Dr. med. Dietrich Göthel, Pharmprofile GmbH, Bergischgladbach

Bei vielen Erkrankungen, die oft mit einer erhöhten intestinalen Permeabilität, einem sog. Leaky Gut, assoziiert sind, wie z.B. bestimmte Magen-Darm (z.B. CED)- und rheumatischen Erkrankungen, wird auch das Fasten empfohlen. Auch bestimmte Arzneimittel, wie z.B. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), erhöhen die intestinale Permeabilität. Das Leaky Gut wird bei einigen rheumatischen Erkrankungen inzwischen als pathophysiologisch relevant betrachtet und eine Verringerung der intestinalen Permeabilität bessert oft die klinischen Symptome (z.B. bei Fibromyalgie). Tierexperimentelle Untersuchungen sowie die Erfahrung bei Patienten unter längerer totaler parenteraler Ernährung lassen vermuten, dass spezielle Formen des Fastens (Nulldiät, extreme Einweißrestriktion, sehr langes Fasten, etc.) das Risiko für die Entwicklung eines Leaky Gut erhöhen. Bei Patienten mit bereits bestehendem Leaky Gut sollte berücksichtigt werden, dass das Fehlen von luminalen Nährstoffen und von mechanischen Stimuli im Darm, ein verminderter intestinaler Blutfluss und ein Mangel an Energie zu funktionellen und morphologischen Veränderungen während des Fastens führen kann. Nahrungskarenz beeinflusst die Balance zwischen Proliferation und Apoptose der Schleimhautzellen. Die Apoptose ist gesteigert und es kommt zu einer proportionalen Abnahme von allen Gewebekomponeten wobei insbesondere durch Störung von Tight Junctions die parazelluläre Permeabilität zunimmt. Um dies zu vermeiden ist bei Patienten mit Leaky Gut eine niederkalorische Trinkdiät (z.B. nach Dr. Buchinger) anzuraten. Durch die Ergänzung von geringen Mengen an Milchprodukten (Joghurt, Kefir, etc.) werden wichtige schleimhautnutritive Aminosäuren (z.B. Glutamin) zugeführt und durch viel Trinken und Einläufe wird die Peristaltik stimuliert. Eine zusätzliche Ergänzung von Mirkonährstoffen (z.B. Zink, Magnesium, Glutamin, Probiotika, essentielle Fettsäuren, und Antioxidantien) kann bei Patienten mit Leaky Gut sinnvoll sein.

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung aufder 45. Medizinischen Woche am 29.10.2011

Neue Publikationen zu Ernährung und Fasten –  Prof. Dr. Andreas Michalsen, Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee

Fasten aktuell 2011-michalsen.pdf

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung aufder 45. Medizinischen Woche am 29.10.2011

Interessante Fallvorstellungen – Dr. med. Eva Lischka, Klinik Buchinger in Überlingen

Baden-Baden Fallvorstellung Lischka-2011.pdf

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung auf der 45. Medizinischen Woche am 29.10.2011

Gesundheitliche Aspekte religiösen Fastens – cand. med. Daniela Liebscher, Halle

Als Ärzte in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft sind wir gefordert gesundheitsrelevante kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen, ihre Risiken abzuschätzen und kompetenten Rat zu geben. Dies gilt insbesondere für das religiös motivierte Fasten, welches in fast allen Religionen eine zentrale Rolle einimmt, so im Hinduismus, im Judentum, in vielen christlichen Kirchen, im Islam und in der Bahá’i-Religion. In diesem Vortrag erfolgte eine Darstellung des weiten Spektrums religiöser Fastenpraktiken und ihrer Unterschiede, sowie ein Überblick über die in den letzten Jahren beständig wachsende medizinische Forschungsliteratur. Am Beispiel körperlicher Auswirkungen bestimmter religiöser Fastenpraktiken wurde der heutige Forschungsstand verdeutlicht, Quellenkritik angebracht und weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt. So wurden die bisherigen Forschungsergebnisse zum Körperwasserhaushalt bei Flüssigkeitskarenz, dem Fastenkopfschmerz, den Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel und der Möglichkeit des Nutzens von Fastenzeiten für Raucherentwöhnungsprogramme vorgestellt.

Literaturangaben:
Leiper, J. B., A. M. Molla, et al. (2003). „Effects on Health of Fluid Restriction During Fasting in Ramadan.“ Eur J Clin Nutr 57 Suppl 2: S30-38

Torelli, P., A. Evangelista, et al. (2009). „Fasting Headache: A Review of the Literature and New Hypotheses.“ Headache 49(5): 744-752

Awada, A. and M. al Jumah (1999). „The First-of-Ramadan Headache.“ Headache 39(7): 490-493

Lazarou, C. and A. L. Matalas (2010). „A Critical Review of Current Evidence, Perspectives and Research Implications of Diet-Related Traditions of the Eastern Christian Orthodox Church on Dietary Intakes and Health Consequences.“ Int J Food Sci Nutr 61(7): 739-758

Bloomer, R. J., M. M. Kabir, et al. (2010). „Effect of a 21 Day Daniel Fast on Metabolic and Cardiovascular Disease Risk Factors in Men and Women.“ Lipids Health Dis 9: 94

Bloomer, R. J., M. M. Kabir, et al. (2011). „A 21 Day Daniel Fast Improves Selected Biomarkers of Antioxidant Status and Oxidative Stress in Men and Women.“ Nutr Metab (Lond) 8(1): 17

Lamri-Senhadji, M. Y., B. El Kebir, et al. (2009). „Assessment of Dietary Consumption and Time-Course of Changes in Serum Lipids and Lipoproteins before, During and after Ramadan in Young Algerian Adults.“ Singapore Med J 50(3): 288-294

Aksungar, F. B., A. Eren, et al. (2005). „Effects of Intermittent Fasting on Serum Lipid Levels, Coagulation Status and Plasma Homocysteine Levels.“ Ann Nutr Metab 49(2): 77-82

Aksungar, F. B., A. E. Topkaya, et al. (2007). „Interleukin-6, C-Reactive Protein and Biochemical Parameters During Prolonged Intermittent Fasting.“ Ann Nutr Metab 51(1): 88-95

Farren, C. and J. Naidoo (1996). „Smoking Cessation Programmes Targeted at Black and Minority Ethnic Communities.“ Br J Cancer Suppl 29: S78-80

M. ‘Civljak, Z. Ulovec (2005) Why Choose Lent for a “Smoke Out Day?” Changing Smoking Behavior in Croatia, Croat Med J 46(1):132- 136

Empfehlenswerte Übersichtsarbeiten:
Trepanowski JF, Bloomer RJ. The impact of religious fasting on human health. Nutr J. 2010 Nov; 22(9)

Azizi F. Islamic fasting and health. Ann Nutr Metab. 2010; 56(4)

Lazarou C, Matalas AL. A critical review of current evidence, perspectives and research implications of diet-related traditions of the Eastern Christian Orthodox Church on dietary intakes and health consequences. Int J Food Sci Nutr. 2010 Nov; 61(7)

Leiper JB, Molla AM, Molla AM. Effects on health of fluid restriction during fasting in Ramadan. Eur J Clin Nutr. 2003 Dec; 57 Suppl 2

Ahmed MH, Abdu TA. Diabetes and Ramadan: an update on use of glycemic therapies during fasting. Ann Saudi Med. 2011 Jul-Aug;31(4)

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung im Rahmen der 46. Medizinischen Woche am 03. November 2012

ÄGHE-Tagung erfolgreich verlaufen
Ein Tagungsbericht von Dr. Rainer Matejka

Obwohl mit recht frühem Beginn – die ÄGHE-Tagung im Kongresshaus Baden-Baden war mit rund 50 Teilnehmer gut besucht.

Ernährung bei funktionellen Verdauungsstörungen
Nach Eröffnung durch die Vorsitzende Dr. Eva Lischka, Überlingen referierte Dr. Rainer Matejka, Zierenberg, über „Ernährung bei funktionellen Verdauungsstörungen“. Nach neueren Studien aus dem angelsächsischen Raum lindert die Reduktion der vor allem in Fertignahrungsmitteln enthaltenen Fruchtzucker- und Stärkevarianten vor allem Symptome wie Blähbauch, Krämpfe und Schmerzen. Die Wirksamkeit löslicher Ballaststoffe wie Flohsamenschalen konnte in weiteren Studien bestätigt werden. Unter dem Strich bleibt aber: Auch die alten Erkenntnisse bezüglich einer auf Bekömmlichkeit getrimmten Ernährung sowie ordnungstherapeutische Faktoren (regelmäßige Mahlzeitenaufnahme, Essen in aller Ruhe, ausreichend kauen) haben nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit.

Ernährungsberatung im ärztlichen Alltag
Dr. Rainer Stange, Berlin, referierte über praktische Möglichkeiten der Ernährungsberatung im ärztlichen Alltag. Er verwies dabei auf die spezifisch ärztliche Problematik des Zeitmangels und der schlechten Honorierung von Ernährungsberatung und empfahl die verstärkte Integration ausgebildeter Ernährungsberaterinnen und Diätassistentinnen. Besonders letztere seien für die praktische Umsetzung von Ernährungsempfehlungen gut ausgebildet. Vor allem auch niedergelassene Ärzte sollten daher Kontakt mit entsprechenden Beraterinnen in der Umgebung suchen und auf diese Weise ein sinnvolles Netzwerk für die gezielte Beratung bei ernährungsabhängigen Erkrankungen aufbauen.

Lebenslust durch Fasten
Dr. Norbert Lischka, Überlingen, referierte mit breitem ganzheitlich-philosophischem Ansatz über die komplexe Wirksamkeit des Fastens, vor allem auch in geistig-seelischer Hinsicht. „Lebenslust durch Fasten“ – der Titel spiegelte auch den Inhalt wider, der durch zahlreiche Zitate wie beeindruckende Bilder untermauert wurde.

Falldarstellungen
Dr. Eva Lischka, Überlingen, hatte wieder mehrere interessante Fälle aus der Fastenpraxis mitgebracht. Wieder einmal zeigte sich dabei: trotz des oft als polypragmatisch kritisierten Ansatzes vieler Naturheilverfahren, stellt gerade das Heilfasten einen exzellenten Weg bei komplexen Erkrankungs- und Beschwerdebildern dar. Beeindruckend vor allem einige Fälle aus dem Bereich der Kardiologie, die unter Einsatz des Fastens zu nachhaltigen Besserungen gekommen waren.

Ambulante Fastentherapie in der Allgemeinarztpraxis
Dr. Martha Ritzmann-Widderich, Rottweil, referierte über die praktische Durchführung der ambulanten Fastentherapie in der Allgemeinarztpraxis. Auf 20-jährige Erfahrung zurückgreifend, gab sie zahlreiche Tipps, wie der niedergelassene Arzt sinnvollerweise ein Fasten für interessierte Patienten organisieren kann. Vor allem die Zusammenstellung von Fastengruppen hat sich in diesem Zusammenhang bewährt. Ausführlich wurden auch auf mögliche Probleme und Fallstricke eingegangen.

Neueste Studienlage zur vegetarischen Ernährung
Im Vortrag durch Prof. Dr. Andreas Michalsen, Berlin, erhielten die Zuhörer einen beeindruckenden Überblick über die neueste Studienlage zur vegetarischen Ernährung. Demnach gibt es mindestens vier nachhaltige Gründe, sich vegetarisch zu ernähren: medizinische, ethische, religiöse und vor allem auch ökologische. An der protektiven und auch kurativen Wirkung einer vegetarischen Ernährung kann kein Zweifel mehr bestehen. So werden nicht nur die üblichen metabolischen Erkrankungen wirksam reduziert, sondern auch zahlreiche Karzinome, Osteoporose, Demenz und möglicherweise auch Depressionen positiv beeinflusst. Im Rahmen der proteinreichen Nahrung stelle vor allem der Genuss von rotem Fleisch ein großes Problem dar, in Sonderheit die meist zu reichliche Zuführung der Aminosäure Methionin. Noch nicht eindeutig geklärt ist, inwieweit der gelegentliche Genuss von Fleisch und Wurst die Wirksamkeit einer vegetarischen Ernährungsweise minimieren kann. Derartige Menschen werden neuerdings als „Flexitarier“ bezeichnet.Abschließend konnten die beiden Tagungsvorsitzenden Dr. R. Matejka und Dr. R. Stange ein zufriedenes Fazit vor den zahlreichen Teilnehmern ziehen. In zahlreichen Einzelgesprächen konnte der Erfahrungsaustausch im Nachgang noch vertieft werden.

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
ÄGHE-Tagung auf der Medizinischen Woche am 03.11.12

Der lehrreiche Fall – Fastenkasuistiken
Dr. med. Eva Lischka, Klinik Buchinger in Überlingen

Baden-Baden Fallvorstellung Lischka-2011.pdf

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30. Juni 2012 in München im Krankenhaus für Naturheilweisen, Fachklinik für Innere Medizin, Naturheilverfahren und Homöopathie

Ärztl. Leiter Dr. med. Benno Ostermayr, Chefarzt Dr. med. Artur Wölfel

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30.06.2012 in München

Fastentherapie als Teil eines multimodalen Behandlungskonzeptes bei ausgewählten Erkrankungen
Dr. med. Artur Wölfel, Krankenhaus für Naturheilweisen München-Harlaching

Das Krankenhaus für Naturheilweisen in München-Harlaching ist eine Fachklinik für Innere Medizin mit der Besonderheit der Integration der Homöopathie und der klassischen Naturheilverfahren in die stationäre Behandlung. Die Ernährungstherapie hat im Therapiekonzept einen hohen Stellenwert. Neben den Kostformen i. S. der rationellen Diätetik der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden für die Pa-tienten darüber hinaus Sonderdiäten i. S. intensiv-diätetischer Maßnahmen angeboten. Dazu zählt u. a. das therapeutische Fasten. Die Praxis der Fastentherapie entspricht einem modifizierten Tee- und Saftfasten nach Buchinger. Entsprechend der Notwendigkeiten einer stationären Krankenhausbehandlung (Verweildauer, diagnostische Interaktionen, Therapieinteraktionen) ist das therapeutische Fasten oft der initiale Baustein im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes.
Die Indikation zum therapeutischen Fasten allgemein besteht dann, wenn aufgrund der Erkrankung des Patienten antiödematöse, antiphlogistische und hypoallergene Effekte wünschenswert und darüber hinaus Synergieeffekte im Rahmen des multimodalen Behandlungskonzeptes zu erwarten sind.

Häufige Indikationen bestehen wie folgt:
• entzündlich-rheumatischer Formenkreis
• dermatologische Erkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, chron. Urtikaria, chron. Abszessleiden)
• chron. Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale, COPD u.a.)
• chron. Schmerzsyndrom (muskuloskelettal, Fibromyalgie u.a.)

Die Entscheidung zum therapeutischen Fasten erfolgt immer individuell im Einzelfall und kann ggf. durch andere intensiv-diätetische Maßnahmen wie Rohkost oder Kartoffeldiät ersetzt werden. Weitere Komponenten der multimodalen Therapie sind u. a.: Phytotherapie, Hydro-Thermotherapie, Bewegungstherapie, Schmerztherapie in Form der therapeutischen Lokalanästhesie und ausleitender Verfahren, Homöopathie und ein breites Spektrum der physikalischen Medizin. Insbesondere für den entzündlich-rheumatischen Formenkreis lassen sich die Synergieeffekte des therapeutischen Fastens mit Phytotherapeutika mit leukotrienantagonistischer Wirkung und immunmodulierenden hydrothermotherapeutischen Verfahren gut darstellen.

Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der ernährungsmedizinischen Therapieeffekte ist natürlich die Patientenschulung. Darauf ausgerichtet ist im Krankenhaus für Naturheilweisen ein entsprechendes Beratungskonzept und die Personalstruktur der Küche. Neben zwei Diätassistentinnen besitzen auch die drei Krankenhausköche unterschiedliche Zusatzqualifikationen (diätetisch geschulter Koch, Vollwertkoch (UGB), Fastenleiter (UGB), Gesundheitstrainer für Ernährung (UGB)). Kritisch wird die Fastentherapie beim Metabolischen Syndrom gesehen (arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Insulinresistenz, abdominelle Fettsucht). Therapeutisches Fasten wird hierbei nur in Ausnahmefällen eingesetzt (z. B. präoperativ oder bei „gut dokumentierter“ Motivation des Patienten). Andere intensiv-diätetische Maßnahmen oder eine energiedefinierte Kost erscheinen im Langzeitverlauf erfolgsversprechender.

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41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30.06.2012 in München

Projekt IGM-CAMPUS – Vorstellung von Struktur, Programminhalten und Evaluationsplanung am Beispiel metabolisches Syndrom
Prof. Dr. med. Dieter Melchart | Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München

Das Verbundprojekt „IGM CAMPUS“ ist eine Kooperationsgemeinschaft des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München mit Bayerischen Kurorten, Thermenstädten, Arztpraxen und Kliniken. Ziel ist die Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines Individuellen Gesundheits-Managements (IGM) als Lebensstilmedizinisches Programms zur Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung für definierte Zielgruppen und Settings in den regionalen Arbeits- und Lebenswelten.
Schwerpunkte des Risiko- und Schutzfaktoren-Managements sind die Vermeidung oder der Abbau von übergewichtsbasierten Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie Stressfolgeschäden. Dies soll durch mittel- und langfristige Befähigung zur Umsetzung von Trainingspaketen im Alltag der Menschen erreicht werden. Das Training umfasst die Bereiche der Selbstwahrnehmung, Bewegung, Ernährung und die Emotionsregulation. Darüber hinaus lernen die Programmteilnehmer/die Programmteilnehmerin das eigene Veränderungsmanagement durch den selbstadministrierten Einsatz von naturstofflichen Heilmitteln und alltagsnahen Selbsthilfetechniken zu ergänzen.
Nach Erläuterung von Hintergrund und Übersicht des Programms wird am Beispiel des metabolischen Syndroms die kombinierte Durchführung des Gewichts- Hochdruck- und Stressmanagements demonstriert und die Anlage einer Evaluationsstudie mit dem Namen TALENT vorgestellt und diskutiert.

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41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30.06.2012 in Münche

Nahrungsfett – Körperfett: Messmethoden, Interpretation der Messwerte
Prof. Dr. med. Olaf Adam | Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin, Ernährungsmedizin im Physiologikum der Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Mensch ist, was er isst, heißt es allgemein, jedoch ist dieser Zusammenhang nicht so eindeutig. Die Fettsäuren im Nahrungsfett bestimmen dessen Wertigkeit. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können vom Körper nicht gebildet werden und er ist auf deren Zufuhr angewiesen. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden in Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren entsprechend der charakterisierenden Doppelbindung unterteilt. Das Nahrungsfett wird entweder zur Energieversorgung verbraucht oder in den Depots gespeichert. Sowohl der Stoffwechselweg für die Speicherung, wie auch für die Oxidation, ist für gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterschiedlich, auch die Oxidationsraten der Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ist unterschiedlich. Zum Beispiel werden von den gesättigten Fettsäuren in der Nahrung etwa 70% zur Energiegewinnung oxidiert, von den einfach ungesättigten Fettsäuren sind es 60%, die Omega 6-Arachidonsäure wird sogar nur zu 10 Prozent oxidiert. Diese unterschiedlichen Oxidationsraten haben natürlich Einfluss auf die Zusammensetzung des Körperfettes.
Die mit dem Nahrungsfett aufgenommen Triglyzeride können nur als freie Fettsäuren oder als Monoacylglycerid resorbiert werden. Danach erfolgt die Reveresterung und der Transport in den Chylomikronen. Die Gefäßlipase löst CORE-Lipide aus den Chylomikronen und bringt diese zur Energieversorgung in die Muskulatur, während das Oberflächenmaterial zu den LDL transportiert wird, die peripheren Zellen als Baumaterial, speziell Cholesterin und Lecithin, dienen. Diese Abläufe beeinflussen ebenfalls die Zusammensetzung des Körperfettes. Die Zusammensetzung der Chylomikronen ändert sich nach jeder Mahlzeit, während der Turn-over der Cholesterinester im Plasma etwa zwei Wochen beträgt, der von Plasma-Phospholipiden wird mit etwa 3 bis 4 Wochen angenommen. Will man also die Wirkung des Nahrungsfettes ganz aktuell bestimmen, so kann einfach im post-prandialem Plasma gemessen werden, dessen Hauptanteile die Chylomikronen ausmachen. Interessiert dagegen die Versorgung während der letzten zwei Wochen, so eignen sich die Cholesterinester des Plasmas, die Abschätzung der durchschnittlichen Versorgung in den letzten vier Wochen erfolgt durch die Messung der Fettsäuren in die Phospholipiden. Noch längerfristige Versorgungszeiträume können durch die Bestimmung der Erythrozyten-Lipide gemessen werden, deren Zusammensetzung die Versorgung während der letzten drei Monate widerspiegelt.
Die Zusammensetzung der Fettspeicher wird durch die Zulieferung aus dem Nahrungsfett und die Oxidation zur Energiegewinnung bestimmt. Beim Nahrungsfett werden präferentiell die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem die Omaga-6-Fettsäuren im Vergleich zu den Omega-3-Fettsäuren gespeichert. Zur Energiegewinnung werden die gesättigten Fettsäuren und die einfach ungesättigten Fettsäuren präferenziell durch Lipolyse und nachfolgenden Transport zu den Muskelzellen und zur Oxidation in den Mitochondrien genutzt. Als Bestimmungsmethoden eignen sich die Gaschromatographie, häufig mit Massenspektrometrie gekoppelt, sowie die Bestimmung mit High-Performance-Liquid-Chromatography. Für diese Bestimmungsmethoden werden die gewünschten Fraktionen durch Dünnschichtchromatographie oder durch Säulenchromatographie isoliert, die Fettsäuren werden aus ihrer Matrix (z.B. Cholesterinester, Phospholipide) gelöst und nach Derivatisierung mit den beschriebenen Methoden gemessen. Die Quantifizierung erfolgt durch Zugabe eines internen Standards. Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung des Körperfetts und zahlreichen Erkrankungen, wie z. B. der Arteriosklerose, sind in der Literatur beschrieben.

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41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30.06.2012 in München

Active Body Control Programm – Innovatives telemedizinisches Programm für Adipositaspatienten
Prof. Claus Luley, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Universitätsklinik Magdeburg

Das ABC-Programm ist ein medizinisches Programm zur Gewichtsreduktion. Es basiert auf einer Kombinationsdiät, der Bewegungsmessung mittels intelligentem Akzelerationssen-sor, Datenübertragung per Internet und wöchentlicher Betreuung durch einen Informations- und Motivationsbrief. Nach einer einmaligen, 2-stündigen Schulung ist die Betreuung welt-weit möglich.
Mehrere Studien wurden durchgeführt: bei „gesunden“ Übergewichtigen, bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom, bei Typ-II-Diabetikern und bei Frauen mit PCO-Syndrom und Kinderwunsch. Die mittleren Gewichtsabnahmen lagen zwischen 10 und 15 kg und wurden mindestens ein Jahr lang gehalten. Gleichzeitig verbesserten sich Blutdruck und Laborwerte erheblich. Bei Diabetikern konnten relevante Kosteneinsparungen erzielt werden. Bei den Frauen mit PCO-Syndrom lag die Konzeptionsrate mit 31% so hoch wie nach IVF-Therapie. Weitere Informationen sind unter www.abcprogramm.de zu finden.

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41. Fortbildungstagung der ÄGHE am 30.06.2012 in München

Interessante Fallvorstellungen
Dr. med. Eva Lischka, Klinik Buchinger in Überlingen
Fallvorstellungen-Muenchen-Lischka-2012.pdf

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Die 42. Fortbildungstagung der ÄGHE am 24. November 2012 in Freiburg

in Zusammenarbeit mit Uni-Zentrum Naturheilkunde im Uni-Klinikum Freiburg
Leitung: PD Dr. med. Roman Huber,  Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Breisacher Straße 115b  79106 Freiburg

Ein Tagungsbericht von Dr. Rainer Matejka
Nach Begrüßung durch Dr. med. Eva Lischka, Überlingen, der Vorsitzenden der ÄGHE, erfolgte die Vorstellung der Abteilung für Naturheilkunde an der Universität Freiburg durch PD Dr. med. Roman Huber. Dabei erhielten die Zuhörer einen interessanten Einblick in die vielfältige und vor allem auch zukunftsträchtige Konzeption der Abteilung, die den Anspruch fundierter wissenschaftlicher Forschung und Lehre erhebt.

Dr. med. Jörg Müller, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am St. Elisabeth Krankenhaus Lörrach, referierte über Fettabbau im Fasten anhand von Untersuchungen mit Spiroergometrie.

Über Fasten und vegane Kost bei chronischen Lebererkrankungen berichtete PD Dr. Roman Huber in einem weiteren Vortrag. Er unterstrich dabei die Bedeutung des Fastens vor dem Hintergrund der individuellen Konstitution und der Sinnhaftigkeit von Begleittherapien wie Bewegung.

Das Thema vegane Kost mit der Fragestellung „Leben Veganer gesünder“? griff nach der Mittagspause Dr. oec. troph. Markus Keller von der Universität Gießen auf. Überraschend: Bei veganer Ernährung werden mehr als bei anderen Kostformen genau die von den ernährungstherapeutischen Fachverbänden empfohlenen Relationen zwischen Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten erzielt – zudem eine ausreichende Zufuhr an Ballaststoffen. Somit erfüllt am ehesten die vegane Kost die Kriterien, die normalerweise der Mischkost unterstellt werden.

Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich, Rottweil, stellte in einem Vortrag über Doc w.e.i.g.h.t und M.o.b.i.l.i.s. neue modulare Konzepte zur effektiven Adipositastherapie vor. Die Programme weisen durchaus gewisse Ähnlichkeiten auf, sind teilweise recht anspruchsvoll gestaltet und lassen sich in den praktischen Alltag, auch des niedergelassenen Arztes recht gut integrieren. Dabei ist allerdings eine intensive Beratungstätigkeit für den Patienten notwendig. Die Referentin ging dabei auch auf moderne chirurgische Verfahren wie das Magenband bei extremer Adipositas ein. Auch dieses habe nur Langfristerfolg, wenn der Patient zu einer Ernährungsumstellung bereit sei. Viele Patienten würden nach geraumer Zeit genügend Tricks und Kniffe finden, die Wirkung des Magenbandes zu umlaufen, etwa durch vermehrte Zufuhr kaloriendichter Flüssignahrung.

Unter dem Strich bleibt: Das Thema Adipositas ist nach wie vor ein sehr komplexes und kompliziertes Thema, welches neben Ernährungsfaktoren vor allem auch Faktoren der allgemeinen Lebensführung und Lebenseinstellung als besonders zentrale Notwendigkeiten beinhaltet.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten wieder Fallvorstellungen, die von Dr. Eva Lischka, Dr. med. Stefan Drinda, Überlingen und anderen dargeboten wurden. Die Fallvorstellungen beschrieben wiederum die komplexen Möglichkeiten, die mit Hilfe der Fastentherapie gerade bei polymorbiden Patienten in erstaunlich kurzer Zeit möglich sind. Die Effekte sind dabei um so besser, wenn die Fastenmaßnahme in bestimmten Intervallen wiederholt wird.

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42. Fortbildungstagung der ÄGHE am 24.11.2012 in Freiburg
Vorstellung der Abteilung für Naturheilkunde – Ambulanz, Forschung und Lehre

PD Dr. med. Roman Huber | Uni-Zentrum Naturheilkunde am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Freiburg
Im Uni-Zentrum Naturheilkunde Freiburg werden Patientenversorgung, Forschung und Lehre durchgeführt. Pro Jahr finden ca. 5000 Beratungen und Behandlungen mit Naturheilkunde statt, insbesondere bei Patienten mit chronischen entzündlichen Erkrankungen (Hepatitis C, Colitis ulcerosa, Mb. Crohn und andere Autoimmunerkrankungen) oder malignen Tumoren. In kontrollierten Studien zum einwöchigen Heilfasten nach Buchinger wurde herausgefunden, dass dieses neben der bekannten antikoagulatorischen Wirkung (leichter Abfall des Quick-Wertes) auch zu einem leichten Anstieg der partiellen Thromboplastinzeit sowie zu einem Absinken von Thrombozyteneaktivierungsmarkern und Adhäsionsmolekülen am Endothel (p-Selektin) führt und damit weitergehende antisklerotische Effekte hat. In präklinischen Studien liegt ein Schwerpunkt auf der Erforschung immunologischer und antitumoraler Effekte naturheilkundlicher Therapien.

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42. Fortbildungstagung der ÄGHE am 24. November 2012 in Freiburg

Fasten und vegane Kost bei chronischen Lebererkrankungen
PD Dr. med. Roman Huber | Uni-Zentrum Naturheilkunde am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Freiburg

Fasten führt besonders initial zu einer starken Freisetzung von Triglyceriden, die von der Leber in freie Fettsäuren umgewandelt werden müssen. Dies geht einher mit einer vorübergehenden Glukuronidierungsstörung (Anstieg des Bilirubins) sowie, insbesondere bei Leberkranken, dem Anstieg leberspezifischer Enzyme (GPT, GLDH). Im Fastenverlauf normalisieren sich Bilirubin und die Transaminasen wieder. Insbesondere bei einer Fettleberhepatitis kann es aufgrund der durch das Fasten bedingten Gewichtsreduktion zu einer dauerhaften Besserung der Leberwerte (insbesondere gammaGT, aber auch GOT, GPT) kommen, ansonsten sind die Verbesserungen zumeist nur vorübergehend. Bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung (Leberzirrhose) ist Fasten kontraindiziert. Demgegenüber führt eine vegane Kost erfahrungsgemäß zur langfristigen Verbesserung der Transaminasen bei Patienten mit chronischer Virushepatitis, Autoimmunhepatitis und auch bei Leberzirrhose, wobei auf eine ausreichende Kalorienzufuhr sowie Zufuhr von Vitamin B12 geachtet werden muss.

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42. Fortbildungstagung der ÄGHE am 24. November 2012 in Freiburg

Leben Veganer/innen gesünder? Ein wissenschaftliches Update
Dr. oec. troph. Markus Keller | Institut f. alternative u. nachhaltige Ernährung (IFANE), Gießen

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass Veganer im Vergleich zu Nicht-Vegetariern einen durchschnittlich niedrigeren BMI aufweisen, seltener an Übergewicht und Adipositas erkranken und ein geringeres Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 haben. Veganer weisen niedrigere durchschnittliche Blutdruckwerte sowie eine niedrigere Hypertonieprävalenz auf, außerdem erkranken und sterben sie seltener an Koronarer Herzkrankheit. Auch ihr Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen (v.a. Prostata-, Brust- und Kolonkrebs) ist, ebenso wie bei gesundheitsbewussten Nicht-Vegetariern, deutlich niedriger als in der Allgemeinbevölkerung. Diese Effekte bleiben auch unter Berücksichtigung der meist insgesamt gesundheitsbewussteren Lebensweise von Veganern bestehen.
Veganer sind mit vielen Nährstoffen besser versorgt als die Allgemeinbevölkerung. Hierzu zählen Antioxidantien (Beta-Carotin, Vitamin C und E), Folat, Biotin, Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Bei einigen anderen Nährstoffen hingegen ist die Versorgung von Veganern oft nicht optimal. Hierzu zählen Vitamin B12, Kalzium, Jod, Eisen, Vitamin B2, Zink und Omega-3-Fettsäuren.

Vitamin B12 kommt in ausreichenden Mengen nur in tierischen Produkten vor, pflanzliche Lebensmittel können lediglich Spuren enthalten. Veganer müssen daher auf Supplemente, angereicherte Lebensmittel oder Vitamin-B12-haltige Zahnpasta zurückgreifen, um ihren Vitamin-B12-Bedarf zu decken. Studien zeigen, dass viele Veganer (teilweise auch Vegetarier) schlecht mit Vitamin B12 versorgt sind. Langfristig kann ein Vitamin-B12-Mangel zahlreiche Gesundheitsschäden verursachen. Leitsymptom des fortgeschrittenen Vitamin-B12-Mangels ist die makrozytäre hyperchrome Anämie (mit Haut- und Schleimhautblässe, Atrophie der Mund-, Zungen- und Darmschleimhaut nachfolgenden Resorptionsstörungen). Die zweite Symptomgruppe ist die funikuläre Myelose, die sich in Sensibilitätsstörungen (z.B. „Ameisenkribbeln“ an Händen, Füßen und anderen Körperteilen), Schwäche von Reflexen und Bewegung, Ataxien sowie psychiatrischen Störungen, wie Verwirrung, Halluzinationen, Gedächtnisstörungen bis hin zu Psychosen, äußern kann. Im Alter steigt das Demenzrisiko.

Da bei veganer Ernährung Milch und Milchprodukte abgelehnt werden, kann auch Kalzium ein potentiell kritischer Nährstoff sein. Während es bezüglich der Knochengesundheit zwischen Vegetariern und Fleischessern keine signifikanten Unterschiede gibt, zeigen Veganer in Studien oft eine geringere Knochendichte oder ein erhöhtes Frakturrisiko. Bei höherer Kalziumzufuhr (> 525 mg/d) gibt es hingegen kein erhöhtes Fraktur- und Osteoporoserisiko bei Veganern. Veganer sollten daher gezielt kalziumreiche Lebensmittel (z.B. Sesam/Sesammus, Nüsse, Sojafleisch, Grünkohl) und kalziumreiche Mineralwässer konsumieren. Unabhängig von der Ernährungsweise sind eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sowie körperliche Aktivität Voraussetzung für die Förderung der Knochengesundheit.

Fazit: 1. Veganer haben ein geringeres Risiko für zahlreiche ernährungsassoziierte Krankheiten. 2. Veganer sind mit vielen Nährstoffen besser versorgt als die Durchschnittsbevölkerung. 3. Veganer sollten auf die ausreichende Zufuhr potentiell kritischer Nährstoffe achten.

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BERICHTE & BEITRÄGE ZUR
42. Fortbildungstagung der ÄGHE am 24. November 2012 in Freiburg

Interessante Fallvorstellungen – Dr.med. Eva Lischka, Klinik Buchinger, Überlingen
Fallvorstellungen Eva Norbert Lischka-Freiburg2012.pdf

Interessante Fallvorstellungen – Dr.med. Henning Wittrock, Klinik Buchinger, Überlingen
Fallvorstellungen Henning Wittrock-Freiburg2012.pdf

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WISSEN & WERT

ÄGHE  Besucherzahlen: Web-Rekord!

Im Monat Februar 2013 hatten wir 10.516 Besucher!
Im Vergleich: Im Monat Juni waren es rund 1.500 Besucher

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WISSEN & WERT

Europas größte Fachbibliothek für Komplementärmedizin bietet Recherche-Service

Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung hat in den vergangenen 30 Jahren Europas größte Fachbibliothek für Komplementärmedizin aufgebaut – mit mehr Einträgen zur Komplementärmedizin, als PubMed.
Wissenschaftliche Quellen zur Komplementärmedizin sind nicht einfach zu finden. Die Carstens-Stiftung hilft Journalisten und Fachkreisen bei der Suche nach Studien, liefert praxisrelevante Übersichtsartikel und hilft bei der Bewertung von Forschungsergebnissen.

Größte Fachbibliothek Europas
Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung fördert seit 30 Jahren die Wissenschaft zu Naturheilkunde und Homöopathie. In dieser Zeit hat die Stiftung die größte Fachbibliothek für Komplementärmedizin in Europa aufgebaut: mehr als 7.500 Bücher, 800 Dissertationen, über 180 Zeitschriftentitel und 17.000 wissenschaftliche Artikel sind verfügbar.

Umfangreichere Datenbank als PubMed
Die eigens entwickelte Datenbank verfügt über ein detailliertes Schlagwortsystem und beinhaltet über 65.000 Datensätze zur Komplementärmedizin. Das sind mehr Einträge, als in der größten medizinischen Datenbank „PubMed“ zum Stichwort Komplementärmedizin verzeichnet sind.

Recherche-Service für Journalisten, Wissenschaftler und Praktiker
Diese Ressource macht die Carstens-Stiftung nun in Form eines kostenfreien Literatur-Recherche-Service zugänglich. Journalisten, Ärzte und Studierende, Wissenschaftler, Pflege-Personal und Angehörige pharmazeutischer Berufe können Ihre Anfragen direkt per E-Mail an Daniela Hacke (Referat Bibliothek und Wissenschaftliches Archiv) richten: d.hacke@carstens-stiftung.de

Auf Wunsch ist die Anforderung von Literatur möglich.
Weitere Infos unter www.carstens-stiftung.de/service/bibliothek

Michèl Gehrke, M.A., Stabsstelle Kommunikation und Medien, Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Natur und Medizin e.V. Am Deimelsberg 36, D-45276 Essen, Tel: +49-201-56305-61  m.gehrke@carstens-stiftung.de  www.carstens-stiftung.de

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WISSEN & WERT

Natur und Medizin vor Ort: Neues Apotheken-Netzwerk zur Naturheilkunde
Mitteilung August 2012, Natur und Medizin e.V. | Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Das Apothekennetz „Natur und Medizin vor Ort“ richtet sich an Apotheken, die sich auf Beratung zu Naturheilmitteln, Homöopathie und Komplementärmedizin spezialisiert haben. Deutschlandweit nehmen bereits 300 Apotheken teil. „Natur und Medizin vor Ort“ ist ein Projekt der gleichnamigen Patientenorganisation „Natur und Medizin e.V.“ Mit dem Netzwerk soll dem Beratungsbedarf bei alternativen Heilmethoden begegnet werden.
„Die Apotheken vor Ort sehen wir als wichtige Lotsen in der Beratung zu Naturheilmitteln. Im Sinne einer verantwortungsvollen Selbstmedikation sind sie die ersten Ansprechpartner, meistens noch vor dem Arzt“, sagt Projektleiter Frederik Betsch.

Fachinformationen über Komplementärmedizin
Die teilnehmenden Apotheker können kostenfrei einen wissenschaftlichen Recherche-Service in Anspruch nehmen und für Ihre Kunden individuelle Fachinformationen zur Komplementärmedizin anfordern. Auf Wunsch erhalten sie Informationsmaterial zum Auslegen für die Verkaufsräume. Patientenratgeber zur Naturheilkunde können rabattiert zum Weiterverkauf angeboten werden.  www.naturheilmagazin.de

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WISSEN & WERT

Neu auf aeghe.de: Ernährungstherapie und therapeutisches Fasten in der Naturheilkunde von A. Michalsen
Bereits im Jahre 2007 ist der sehr gut gelungene Fachbeitrag „Ernährungstherapie und therapeutisches Fasten in der Naturheilkunde.“ von Prof. Andreas Michalsen in der Schweizerischen Zeitschrift für Ganzheitsmedizin erschienen.
Der Artikel kann unter www.aerztegesellschaftheilfasten.de/informationsdienst-fachbeitrage.html gefunden und gelesen werden. Schweiz Z Ganzheitsmed 2007;19:260–268

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BUCH & TIPP

„Ernährung und Fasten als Therapie“ von Rainer Stange und Claus Leitzmann

Ernährung kann in der Naturheilkunde therapeutisch eingesetzt werden, um Leiden zu lindern und Krankheiten gezielt vorzubeugen. Die Autoren, Experten auf den Gebieten Naturheilkunde und Ernährung, erläutern in dem Band verschiedene Ernährungsformen und zeigen den therapeutischen Einsatz und die Wirkungsweise von Nahrungsmittelinhaltsstoffen auf. Sie beantworten die Frage, welche Ernährung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und bestimmten Krankheitsbildern, wie Hypertonie, Hyperurikämie oder Adipositas, zu empfehlen ist.    Springer; Auflage: 2010 (15. Januar 2010)  19,90 Euro

Prof. Dr. Claus Leitzmann ist Ernährungswissenschaftler und leitete zuletzt das Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Gießen. Seine Forschungsgebiete sind die internationale Ernährung, Vegetarismus, Vollwert-Ernährung und Ernährungsökologie. Für seine Arbeiten erhielt Leitzmann den Zabelpreis für Krebsprävention und den Preis der Broermann Stiftung für präventive Ernährung.

Dr. med Rainer Stange ist Internist und Experte für Naturheilverfahren und physikalische Therapie. Außerdem ist er Diplom-Physiker. Er arbeitet bereits seit 1984 als Arzt im Bereich Naturheilkunde, seit 2001 gehört er der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel Krankenhauses Berlin an, seit 2009 als Leitender Arzt. Er ist auch im Rahmen der Hochschulambulanz am Standort Wannsee tätig und forscht am Immanuel Krankenhaus Berlin im Rahmen der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Seit 2011 Präsident des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V. ZAEN


Impressum: Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung e.V., Wilhelm-Beck-Str.27, 88662 Überlingen. Redaktion: AC Chiappa, Agentur www.capsi-cum.de, T. 0178 1395911 E_mail: presse(at)aerztegesellschaft-heilfasten.de